Mondlandschaft in ihrer schönsten Form

03.08.-08.08.
In Rio de Janeiro hatten wir das Glück Mariel und Luis kennen zu lernen, ein sehr nettes Paar aus Argentinien. Sie leben in der Nähe von Salta und als wir ihnen unsere Reisepläne für Argentinien mitteilten, haben sie uns ganz spontan eingeladen. Wir haben uns nicht zwei mal bitten lassen und verbrachten gemeinsam einen bezaubernden Tag. Luis kennt die Gegend wie kein zweiter, wartet er doch mit seinem Unternehmen die dort von Bolivien verlaufende Gaspipeline. Die private Rundtour durch die grandiosen Anden ging vorbei an atemberaubender Landschaft, bunt leuchtenden Felsformationen, riesigen Kateenwäldern und wurde gekrönt von dem größten Salzsee Argentiniens auf 4000m. Unbeschreiblich schön. Diese surreale Landschaft hat uns wirklich tief beeindruckt, so sehr dass wir an jeder Ecke stehen bleiben wollten um eine Foto zu machen!
















Anfang August feiern die Einheimischen das Fest "Pachamama", dies steht für Muttererde. Hierbei handelt es sich um eine Art Erntedankfest. Es wird in einem Loch Feuer gemacht und der Pachamama alles zugeführt, was einem persönlich an Genussmitteln lieb und teuer ist. Man gibt, was man im kommenden Jahr von Pachamama zurück erhalten möchte. So zum Beispiel den besten Wein, das beste Fleisch, jede Menge Coca-Blätter und Zigaretten. Letztere vor allem, da viel Rauch ein Zeichen für ein gutes folgendes Jahr ist und je weiter die Zigarette nach unten abbrennt, um so besser wird das Jahr. Bemerkenswert wie Naturverbunden der Glaube und die Bräuche der indigenen Bevölkerung sind. So opferten die Inkas beispielsweise Auserwählte den Göttern, oft auf markanten Andengipfeln. In Salta gibt ein sehr informatives Museum zu drei geopferten Kindern, welche auf einem Vulkan in ca. 6700m Höhe gefunden wurden. Die Kinder wurden in einer rituellen Haltung mit Stricken fixiert (sitzend) dort oben in einer Grabstätte gefunden. Durch die Trockenheit in dieser Höhe wurden die Körper mumifiziert und sind sehr gut erhalten. Dies mag uns heute grausam vorkommen. Die Auserwählten sollen sich aber geehrt gefühlt haben, glaubten Sie doch so eine Verbindung zu den Göttern herzustellen und ihrem Volk zu dienen, z.B. bei Dürren.
Erlebt man die Größe der Natur hier, die Vielfältigkeit und Weite der Landschaften und die Artenfülle der Urwälder, kommt man sich als Mensch schon recht winzig vor. Fast automatisch kommt tiefe Bewunderung für die Natur auf und der uns in Europa vertraute Glaube scheint zu deutlich auf den Menschen fixiert.

Wir wären gern noch länger geblieben, allerdings ist dieses Fest nur den Männern vorbehalten und so konnten wir leider nicht alle an den Feierlichkeiten mit viel Bier, Wein und großem Barbecue teilnehmen. Ja, ja da sind die Argentinier noch ganz schöne "Machos". ;-) Jochen und Luis sind moderne Männer und wollten nicht auf die Gesellschaft von Weibsvolk verzichten!






Je nördlicher man reist, um so indigener wird die Bevölkerung und die Bräuche erinnern uns wieder an Peru. Im Norden Argentiniens wächst die Einwohnerzahl derzeit am schnellsten im ganzen Land, was auch daran liegt, dass viele Menschen aus Bolivien einreisen, um hier als Gastarbeiter zu leben und das schwer verdiente Geld aus den Kupfermienen nach Hause zu schicken.




Die Höhe der Anden bringt auch ihre Schattenseiten mit sich. Zwar bleiben wir von Höhenkrankheit verschont, doch trocknet bei diesem Klima der Körper extrem schnell aus. Die Lippen und die Haut werden rissig und man kann nur bedingt mit Bodylotion helfen. Tja nicht nur die Erde und Seen, auch die menschliche Haut bildet bei 4000m, ständiger Sonne und fehlender Feuchtigkeit eine ausgetrocknete Kruste - zum Beweis siehe folgendes Foto oben Rechts. :-(






So, genug Berge! Auf geht's nun Richtung Uruguay, Montevideo und Colonia stehen als nächstes auf dem Programm.
Bis dahin alles liebe, Jochen und Christiane

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