Chile - "Deutschland" Südamerikas

14 Tage bleiben uns für Chile; das ist eigentlich garnicht möglich und so bleibt uns nur Zeit Santiago und den "kleinen Norden" zu erkunden. Der Süden ist auch hier aufgrund der Jahreszeit (Winter) viel zu kalt und den restlichen "großen Norden" sparen wir uns, da dieser sehr Argentiniens Norden ähnelt und wir schon in Peru bis an die Chilenische Nordgrenze vorgedrungen sind.
Die Chilenen werden freundlich auch als die "Deutschen" Südamerikas beschrieben. Dies da die zweitgrößte Gruppe der Immigranten hier aus dem deutschsprachigen Europa stammt und die gute Organisation des Landes gegenüber den anderen Ländern Südamerikas hervorsticht. Nach unseren ersten Erfahrungen in Santiago de Chile ist dies unbedingt als Kompliment zu werten, für die Chilenen aber auch für Deutschland. Wir haben uns hier sehr wohl und sicher gefühlt. Und es stimmt schon, Santiago unterscheidet sich deutlich von den anderen Großstädten die wir in den letzten drei Monaten in Peru, Brasilen oder Argentinien besucht haben. Die Parks sind äußerst gepflegt, die Gehwege sind gefegt, es gibt Ampeln nur für Fahrräder, am Zebrastreifen wird gehalten und auch die Deutsche Sprache blitzt immer mal wieder auf, z.B. auf der populären Biermarke Kunstmann steht "das gute Bier" und die Kneipe nebenan heißt "Prosit".
Ein Grund dafür ist sicherlich auch, dass Chile das wohlhabendste Land Südamerikas ist. Sein Reichtum basiert auch auf den umfangreichen Bodenschätzen, so liefert Chile ca. 60% der weltweiten Kupfervorkommens. Kein Wunder also, dass die Infrastruktur des Landes sehr gut in Schuss, der öffentliche Dienst gut bestückt scheint und die Stadtreinigung überall omnipräsent ist.
Das dies nicht immer so war zeigt uns sehr eindrucksvoll das ultramoderne Museum of Memory and Human Rights. Dieses dient der Aufarbeitung der Militärdiktatur, die mit einem Putsch am 11.Sep.1973 beginnt und für 17 Jahre das Land tyrannisiert. Das Museum ist eine multimediale Darstellung der Schreckensherrschaft unter dem Diktator Pinochet bis 1989 und dem nachfolgenden Demokratie Prozess; ganz ähnlich dem Museum über die deutsche Teilung und Wiedervereinigung in Leipzig. Nach diesem dunklen Kapitel mit andauernder Militärpräsenz und Staatsterror hat sich die Zeit für Santiago aber augenscheinlich gut gestaltet, dies ist insbesondere in den Stadtteilen Provevidencia und Las Condes zu bestaunen. Diese werden gerne auch als "Sanhatten" bezeichnet, in Anlehnung an Manhatten NY. Eine solch wunderschöne moderne Architektur wird man in Deutschland vergeblich suchen. Aber auch am Verhalten den Einheimischen ist zu erkennen, dass es den Menschen gut geht. Überall wird uns freundlichst und ohne Aufforderung geholfen, was aber noch bemerkenswerter ist, sind die knutschenden Paare überall. Wir können nur beschreiben aber nicht erklären warum jeder Grünstreifen, Bahnsteig oder jede Parkbank zum innigen Küssen aufzufordern scheint - lustig!




Nach ein paar Tagen Stadt entscheiden wir uns Richtung Norden nach La Serena zu fahren um da am Strand zu bummeln und erneut die Humboldt Pinguine aufzusuchen.
Uns wurde bei einer Tour erklärt, dass Humboldt Pinguine ihr ganzes Leben lang zusammen bleiben. Wenn ein Partner stirbt, bleibt der andere den Rest seines Lebens allein.
Nicht ganz so ist es bei den Kormoranen. Auch diese bleiben ihr Leben lang ein Paar. Verstirbt das Weibchen, ist das Männchen sogar so unglücklich, dass es aufhört zu fressen und früher oder später dem Weibchen folgt. Stirbt allerdings das Männchen, sucht sich das Weibchen innerhalb kurzer Zeit einen neuen Partner.
La Serena ist auch Eingangstor in das fruchtbare Elqui Tal, welches zu den Hot Spots der Sternebeobachtung zählt. Mehr dazu im nächsten Blogeintrag.




Viele Grüße, Jochen und Christiane

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