Der wahrscheinlich einsamste Ort der Welt

01.-04.09.2012

Um uns herum ist 4000km nicht anderes als das Meer des Pazifiks. Das nächste Land ist Französisch Polynesien im Westen und Chile im Osten. Na, wo sind wir? ;-)

Herzliche Grüße von der mysteriösen Osterinsel, einem sehr entlegener kleinen Flecken Vulkangestein. Die Insel ist nur 24 km lang, 12 km breit, hat 3791 Einwohner bietet aber jede Menge großartige und geheimnisumwobene Sehenswürdigkeiten.

Berühmt ist die Insel für Ihre "Felsmannerl", die sog. "Moai". Wobei Mannerl verniedlichend ist, für riesige bis zu 20 m hohe und viele Tonnen schwere, sehr ernst ins Land schauende Statuen! Diese krönen eine gesamte Tempelanlage, die "Ahu" genannt wird. Auf der ganzen Insel gibt es eine Vielzahl dieser Ahu mit jeweils mehren Moai.
Wie diese zur Blütezeit der hiesigen Kultur vor ca. 500 Jahren gefertigt wurden ist mittlerweile klar und kann auch in einem Steinbruch, einem erloschenen Vulkan, besichtig werden. Immer noch ungeklärt ist aber wie die Moai aus dem Steinbruch an ihre entfernten Standplätze der Küste gelangten und aufgerichtet wurden. Da die Eingeborenen keine Schrift hatten wurde die Transporttechnik nicht überliefert als die Spanier diese im 19Jhr. ausrotteten.

Zweck dieser Riesen, welche vermutlich bedeutende Clanmitglieder darstellen, war die Darstellung der Macht der für den Ahu verantwortlichen Familienverbände. Die Größe, Anzahl und Schönheit der Statuen sollten also einerseits dem Clan spirituelle Kraft und soziale Anerkennung geben, andererseits zugleich präventiv mögliche Rivalen beeindrucken.


Noch bevor die Osterinsel im Jahre 1774 von einem Niederländer entdeckt wurde, sind viele der Moai, vermutlich in Kämpfen oder durch Erdbeben, umgestürzt worden.

Dies alles ist einmalig auf der Erde und sehr beeindruckend. Was die Osterinsel für uns aber so besonders macht ist nur mit gedanklicher Verbindung der Erlebnisse von vor einer Woche zu verstehen. Vor einer Woche haben wir ins All geschaut und die Ränder des den Menschen HEUTE bekannten Universums erfahren; sowie Spekulationen über das dahinter gelegene gehört. Nun aber sind wir auf einer Insel, deren beschauliche Dimension die Menschen die vor 350 Jahren hier lebten persönlich erfahren haben - schließlich kann man die Insel in wenigen Tagen zu Fuß umrunden. D.h. die Eingeborenen dachten sie leben auf einer überschaubaren Welt und drumherum nur endloses Meer, Himmel und Sterne. Hatten sie erwartet das irgendwo noch anderes Land ist, andere Zivilisationen, andere Tiere und Planzen, ja sogar andere Sternebilder?!?
Sie haben einmalige Riten entwickelt, eine Kunstform geschaffen und Behausungen gebaut und dies alles im Glauben das sie die Welt kennen. Dabei saßen sie nur auf einem Staubkorn im weiten Pazifischen Ozean!
Vielleicht haben sie sich ähnlich verloren gefühlt wie wir uns nach dem Blick in die unvorstellbare Weite des Universums?
Wenn man es so sehen will, sind wir heute noch nicht bedeutend weiter als die Menschen damals und die Entdecker von heute sitzen hinterm Teleskop statt auf dem Segelschiff.


Wie auch immer, wir haben hier eine traumhafte Radtour (42km) zu vielen historischen Stätten gemacht und den beeindruckenden Kraterrand eines Vulkans bestiegen.


Die Osterinseln ist in jedem Fall eine Reise wert sollte man mal in der Gegend sein :-)

Viele Grüße,
Jochen und Christiane

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