Brasiliens grüne Küste


Der Nordosten Brasiliens beginnt mit Bahia und endet in São Luís kurz vor der Amazonasmündung. Dazwischen liegen fast 3000km palmengesäumte Strände, mit Dünen, Steilküsten oder Buchten. Ein Urlaubsparadiese für Touristen aus Brasilien und aller Welt. Wir starten in Recife und werden mit totalem Verkehrschaos begrüßt. Wir schlagen uns in der Rushhour durch die Millionenstadt um am Ende in Olinda, einem barocken Kleinod mit Weltkulturerbe-Status zu landen. Ein wunderschönes Kolonialdörfchen mit Künstlerflair und Meeranbindung. Hier verbringen wir die erste Nacht, bevor wir uns mit dem Mietwagen Richtung Süden aufmachen.
Da sind wir nun an der Nord-Ost-Küste des Landes und hoffen auf viele Palmen, weißen Sandstrand und dass uns die Kokosnüsse in den Mund fliegen;-))


Es ist geschafft, das Meer ist gefunden und der Sandstrand gleich mit. Allerdings befinden wir uns in einem Familien-Clubhotel. Die Brasilianer haben wohl Ferien....


Also weiter Richtung Süden...irgendwo muss das was wir uns in unserem Kopf zurecht gelegt haben, doch kommen.
Mehr und mehr wird die Gegend ländlicher und uns wir zusehends bewusst wir groß die Schere zwischen Arm und Reich hier tatsächlich zu sein scheint. Wir passieren Lehmhütten ohne Strom- und Wasserversorgung, unheimlich schlechte Strassen, Kokusnusspalm-plantagen und Müllsammler. Selbst in touristischen Ortschaften sieht man dem Verfall der Gemäuer entgegen. All das gepaart mit wolkenbruchartigen Regenfällen, lässt die Stimmung sinken und wir sehen unseren Badeurlaub davon schwimmen.


Doch am Ende einer solch schlechten Strasse befindet sich tatsächlich eine Oase der Erholung. Niemals hätten wir das für möglich gehalten und irgendwie fühlen wir uns einerseits fehl am Platz nach all dem was wir gesehen haben, andererseits ist dies genau das was wir gesucht haben, nach all den Wochen der Reiserei.


Nach drei entspannten Tagen am Pool geht es weiter der Küste entlang nach Salvador de Bahia. Die Fahrt ist aufregend. Anfänglich wegen des verrückten Verkehrs, später dann wegen der traumhaften Strasse durch die wundervoll grüne Küstenlandschaft. Sehr viele Palmen, schöne Dörfer und immer wieder Ausblicke auf den weißen (!) Sandstrand.
Salvador ist mit 3 Mio. Einwohnern die drittgrößte Stadt Brasiliens und hat aufgrund ihrer Vergangenheit als ehemalige Hauptstadt und Zentrum des Sklavenhandels, viel Geschichte und Kultur zu bieten. Die ersten Eindrücke sind vielversprechend. Überall wird unheimlich viel gebaut und man hat den Eindruck, dass sich hier die Städte jährlich so verändern wie in Europa in Dekaden. Oft stehen hypermoderne Apartmentgebäude in direkter Nachbarschaft zu dem üblichen selbstgebauten Wohn-Geschäfts-Straßen-Chaos der bisherigen Stadt und irgendwo gibt es dann noch eine von den UNESCO geschützte Altstadt im Kolonialstil.
Geschäftiges treiben überall, Jeder verkauft Jedem irgendetwas. Von Selbst-gebackenem an Ampeln, über Erotikzubehör im Bauchladen bis hin zu gebratenem Käse vom mobilen Holzkohlegrill. Alles wir direkt an den "Mann" gebracht, ohne Gesundheitsamt oder ähnliches ;-)
Doch auch hier, wie in allen Großstädten Brasiliens, ist es bei Einbruch der Dunkelheit vielerorts vorbei mit dem bunten Treiben und es wird zur No-Go-Area.


Weiter geht es Richtung Süden...dann machen wir Rio unsicher ;-)
Liebe sonnige Grüße,
Christiane und Jochen

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