Brasilien - Iguazu und Pantanal

Brasilien hat viele Gesichter: die Sinnlichkeit Rio de Janeiros, die Magie Salvadors, die atemberaubende Dynamik São Paulos, das undurchdringliche Grün des Pantanals - und überall das strahlende Lächeln seiner Menschen. Brasilien ist ein Land der Superlative und der großen Kontraste. Brasilien überwältigt durch die überschwängliche Natur, die Schönheit der Menschen und die Mischung der Kulturen. Arm und Reich liegen hier ebenso dicht beieinander wie intakte Natur und Brandrodung.
In Brasilien angekommen, empfängt uns Sao Paulo mit Sonnenschein und dem besten Cappuccino seit wir unterwegs sind. Der Anflug auf São Paulo ist ein nicht enden wollendes Hochhausmeer, kein Flecken Grün - Die Wirtschaft bestimmt das Leben in der 20,5 Millionen Einwohner Hauptstadt. Der Reiseführer hatte gewarnt, das die Stadt gefährlich sei und man von Spaziergängen am Wochenende oder der Mitnahme von Wertsachen (Inkl.Kamera, deswegen auch keine Fotos) absehen sollte. 
 Der Reiseführer hatte gewarnt, das die Stadt gefährlich sei und man von Spaziergängen am Wochenende absehen sollte. Wir haben uns dennoch am Sonntag, nach Rücksprache mit dem Hotel, auf eine Erkundung des Parque do Ibiraquera eingelassen und wurden durch eine sehr entspannte Atmosphäre belohnt. Die Menschen in Sao Paulo scheinen sehr sportlich und körperbetont. ;o) So scheint der freie Oberkörper beim Brasilianischen Mann Normalität, gelegentlich schön anzuschauen, und die schwarze Leggings nebst Absatzschuh zum Standard der Frau zu gehören. Unsicher haben wir uns nicht gefühlt!
Am Abend waren wir dann im Restaurant Windhuk Leberkäse mit Sauerkraut und Wiener Schnitzel essen! Ein wenig Heimat musste mal wieder sein.
Scheinbar gibt es mehr Mittel, um auf sich zu achten, das Warenangebot ist umfangreicher und die Häuser und PKW zeugen von mehr Wohlstand - wenigstens das was wir in der kurzen Zeit sehen konnten. Dennoch wurde uns am Montag aus Sicherheitsgründen abgeraten den gem. Reiseführer geplanten Stadtspaziergang zu machen. Daher haben wir uns auf die Hauptgeschäftsstraße beschränkt.
Alles in Allem ist Sao Paulo eine geschäftige Stadt, die wirtschaftsstärkste in ganz Südamerika, mit riesigem Kulturprogramm und tollen Einkaufsmöglichkeiten.


Weiter geht's Richtung Süden nach Iguazu, wo wir ein echtes Naturspektakel erleben. Die Urgewalt der stürzenden Wassermassen ist schwer in Worte zu fassen und wir sind tief beeindruckt von den größten Wasserfällen der Erde. Umgeben sind Diese von einem Nationalpark den wir zu Fuß erkunden.
Nachdem wir in peruanischen Nationalparks knöcheltief im Schlamm gesteckt haben und ohne unsere Gummistiefel völlig aufgeschmissen gewesen wären, kommt uns der Nationalpark von Iguazu ein wenig vor wie Disney Land. Der überflüssige Guide weißt uns freundlich darauf hin, dass wir keine Pflanzen oder Tiere berühren sollen und dass wir unseren Müll in den dafür vorgesehenen Behältern bitte getrennt entsorgen sollen. Auch mit dem Erdboden kommt man in keinem Moment in Berührung weil man entweder auf gepflasterten Wegen oder Hochsicherheits-Gittern über den Boden läuft. Da war Peru schon irgendwie authentischer.




Unsere Reise geht weiter nach Cuiaba wo wir in den Nationalpark Chapada dos Guimaraes fahren, ein weiteres Topziel für Tier- und vor allem Naturhighlights. Schwieriger als erwartet ist bisher die Kommunikation, da selbst am Flughafen oder in den Hotels oftmals NIEMAND Englisch versteht, geschweige denn spricht. Doch wir schaffen es uns mit Händen und Füßen einen kleinen Fiat zu mieten und quälen uns wie echte Pfadfinder, ohne Straßenkarte durch das Verkehrschaos der Großstadt und springen dabei nur einmal versehentlich über die unglaublich hohen Bremshügel auf der Straße. Das nächste Auto wird ein Fiat!!! :-)
Die Eco-Pousada (Finca auf brasilianisch) ist traumhaft und wir verbringen hier ein paar entspannte Tage mit wandern, Tierbeobachtung und Kanutouren. Das Warmwasser Solarsystem ist übrigens eine Testanlage aus Thüringen (Weimar). Wie klein die Welt doch geworden ist.
Vor vier Wochen sind wir aufgebrochen und haben heute festgestellt, dass dies schon jetzt die längste Urlaubsreise unseres Lebens ist. Langsam stellt sich auch ein Gefühl von Freiheit ein...


Die ersten Eindrücke von vorgestern waren leider nur von kurzer Dauer, da es gestern den ganzen Tag bei einer Sichtweite von unter 50m und 15 Grad regnete. Also haben wir einen E-Mail- und Organisationstag vor dem Kamin eingelegt und den Tag mit einem Saunagang im Garten beendet. Aber nachdem es heute nicht besser wurde haben wir uns kurzentschlossen auf den Weg ins Pantanal gemacht um die Chance auf die Begegnung mit einem Jaguar doch noch wahrzunehmen.


Also auf geht's mit unserem kleinen Mietwagen, vor uns liegen 350km ohne Navi, davon 100km auf einer Schotterpiste mit 100 hölzernen Brücken (Transpanterneira).
Los sind wir gegen 11 Uhr, angekommen 18:30 Uhr!
Das Pantanal ist das größte Feuchtgebiet der Erde und so groß wie halb Frankreich. Die Artenvielfalt ist überwältigend.
Leider müssen wir uns von den Annehmlichkeiten der ersten Lodge verabschieden. Das Wort "Ecolodge" bedeute nämlich hier wieder kaltes Wasser und nur begrenzt Strom. Was wir in jedem Fall empfehlen können und was sich schon mehrmals als sehr nützlich rausgestellt hat ist ein Seidenschlafsack, um nicht direkt mit der Bettwäsche in Berührung zu kommen ;-))


Nachdem wir in Peru alle möglichen Anstrengungen unternommen haben um ein halbwegs scharfes Foto vom Ara zu bekommen, weckte uns heute 05:30 Uhr lautes krächzen im Nachbarbaum. Und tatsächlich, da waren sie, die größten Papageien bei uns im Garten. (der Hyazinth-Papagei ist 90cm lang)
Gemeinsam mit dem Guide und unserer charmanten Begleitung, Fritz auf Herzogen-Aurach, Jahrgang 1923 (!!!) bestiegen wir erwartungsvoll das Boot und begaben uns, mit dem grossen Objektiv bewaffnet, auf Jaguar-Jagt.
Ca. 35min später kam der überraschen Ruf unseres Guides "Jaguar ahead"! Wir alle haben nicht gesehen doch da stand er dann, in voller Pracht für 3 Minuten. Die restlichen 8 Stunden haben wir uns zwar weiterhin alle Mühe gegeben, sahen viel Viehzeug aber keinen Jaguar mehr.


Mittlerweile haben wir den ebenso beschwerlichen Rückweg wieder hinter uns gebracht und machen uns morgen auf Richtung Strand, in den Nordosten des Landes.


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