Zwischen Wolkenkratzern und Teeplantagen
Lange galt Singapur als die "Schweiz Asiens". Sauber, korrekt und ein wenig spießig. Doch mittlerweile ist die Löwenstadt, wie sie auf Deutsch heißt, viel mehr als eine reine Finanz- oder Businessmetropole.
Singapur ist ein Stadtstaat in Südostasien und wurde 1819 von dem Engländer Sir Thomas Raffles als Handelsposten der East India Company errichtet. Bis 1959 war die Stadt britische Kolonie und ist seit 1965 unabhängige Republik. Singapur gehört zu einem der erfolgreichsten Länder weltweit, und steht den westlichen Hauptstädten in nichts nach. Im Gegenteil, wir haben selten eine so beeindruckende Stadt gesehen und diese in Südostasien auch nicht erwartet.
Nach viel Strand und süßem "Nichtstun" freuen wir uns sehr auf diese Metropole und sind von Anfang an begeistert.
Es ist Weihnachtszeit in Singapur und vor jedem Wolkenkratzer und in den unzähligen Shoppingcentern der Extraklasse, blinkt uns ein kunterbunt beleuchteter riesiger Weihnachtsbaum mit Kunstschnee entgegen. Und das bei über 30 Grad. ;-)
Wir kommen uns eher ein wenig vor wie im Las Vegas Asiens.
Bis heute gilt die 4,5-Millionen-Metropole als Vorzeigestadtstaat. Moderne Fassaden säumen blitzblanke Straßen und doch scheint die Stadt den Spagat zwischen Tradition und Moderne gemeistert zu haben. Sowohl Stadtteile mit alten Häusern, die an die Kolonialzeit erinnern, als auch keine Läden findet man noch abseits der hochmodernen Touristenzentren. Friedlich leben die zu 90% aus Einwanderern bestehenden Einwohner miteinander, ob Chinesen, Malaien, Inder oder Europäer. Dem Kulturenmix verdankt die Stadt auch ihre außergewöhnlich vielfältige Küche, von den einfachen Garküchen der Hawker Centres bis zu den Gourmetrestaurants, bietet die Stadt alles.
Da wir uns die letzten Wochen täglich von Reis ernährt haben und unserer Reiseführer tatsächlich ein deutsches Restaurant namens "brotzeit" empfiehlt, können wir nicht anders und lassen uns von Münchner Bier und bayrischer Hausmannskost verführen. Wider erwartend ist das Essen ausgezeichnet und schmeckt wie dahoam ;-)

Doch die Schönheit und Ordnung der Stadt hat auch Ihren "Preis". So ist beispielsweise Essen und Trinken in U-Bahnen (MTR) strengstens verboten und wird mit einer Geldstrafe von bis zu 450€ bestraft, gleiches gilt für Rauchen was mit 900€ zu Buche schlägt. Sogar Kaugummis sind verboten. Sie dürfen weder eingeführt werden noch sind sie in Singapur irgendwo erhältlich.
Ebenso steht Singapur dem hohen Preisniveau anderer internationaler Metropolen in nichts nach.
Alles ist sehr teuer und so übernachten wir statt im glamourösen Riesenluxushotel Marina Sands Bay im YMCA - einer Herberge des Vereins christlicher junger Männer. ;-)
Wir werden trotz fehlender Mitgliedschaft herzlich aufgenommen. Das Zimmer ist zweckmassig, leider müssen wir es nachts mit der ein oder anderen Bettwanze teilen (was in Singapur übrigens überall vorkommt und mittlerweile auch in Europas Hotels angekommen sein soll) aber die Lage ist perfekt für Sightseeing.

An der künstlich erweiterten Bucht von Marina Bay Sands verteilt sich auf 98000 m² ein neuer Hotel- und Veranstaltungskomplex mit Eislauffläche, der größten Dachterrasse der Welt inklusive riesigem Infinity-Pool und dem Art-Science Museum in Form einer Lotusblüte. Sehr beeindruckend!
Beeindruckend sind auch die exzellenten Museen der Stadt. Wovon insbesondere das Asia Civilisations Museum einen gelungenen Einblick in die unterschiedlichen Kulturen Asiens bietet.
Sehr zu empfehlen ist auch ein Besuch der Stadtplanungsbehörde. Ist in München diese Institution für Außenstehende eine eher dröge Angelegenheit, zeigt eine umfangreiche und multimediale Ausstellung hier sehr plastisch die Herausforderungen und Lösungsideen, welche aus der besonderen Situation einer stark wachsenden Stadt auf beschränkten Raum resultiert. So versucht Singapore durch Landgewinnung dem Meer Raum abzuknapsen und mittels durchdachter Infrastruktur und Umweltschutzprojekte die Stadt lebenswert zu halten. Ein großes Modell der Stadt zeigt die geplanten städtbaulichen Maßnahmen für die nächste Dekade und es wird uns eine Freude sein, in ein paar Jahren das Resultat 1:1 zu begutachten. Denn uns hat der Besuch hier gut gefallen und wir wissen das es noch viel zu entdecken gibt.

Auf eine Metropole folgt die Nächste. Nach drei Nächten in Singapur fahren wir weiter nach Kuala Lumpur der Hauptstadt Malaysias. Waren die hohen Temperaturen gepaart mit der extremen Luftfeuchtigkeit in Singapur schon belastend, empfanden wir das Klima in Kuala Lumpur nur schwer erträglich. KL, wie die Stadt auch von ihren Einwohnern liebevoll genannt wird, ist eine Stadt im Umbruch.
Gegründet von Minenarbeitern vor ca. 150 Jahren um Zinn abzubauen, ist die Stadt heute ein doch recht unüberschaubares Moloch. Es wird an vielen Ecken gebaut, vornehmlich Hochhäuser. Diese sind scheinbar die neue Wohnform der Menschen, nicht nur in Asien. Die unregelmäßige Skyline wird von den Petronas-Towers dominiert. Dies sind die weltweit höchsten Zwillingstürme und bis 2004 waren sie sogar die höchsten Hochhäuser der Welt. Um diese architektonischen Beauties entsteht ein neues, modernes KL, geprägt von vielgeschossigen Apartmentgebäuden und ultramodernen Shoppingmalls. Es ist schon bemerkenswert, wie ausgeprägt die Lust zum Einkaufen bei asiatischen Großstadtmenschen sein muß. Interessant ist auch, das sich das Warenangebot dieser Konsumtempel weltweit zum verwechseln gleicht. Wir haben ja in den letzten Monaten schon einige Schaufenster auf unserer Reise passiert. Dabei ist festzustellen, dass es die immer gleichen Marken und Moden sind, die dort feilgeboten werden. Man mag es bedauern oder begrüßen, klar scheint uns, das die Vielfältigkeit der traditionellen Kleidung von den Straßen Asien verschwindet.
Wir haben schnell genug vom Stadtleben und machen uns auf in kühlere Gefilde. Sowohl für Touristen als auch für Einheimische sind die Cameron Highlands ein beliebtes Ausflugsziel, nur vier Stunden mit dem Bus nördlich von Kuala Lumpur gelegen. Aufgrund ihrer Höhenlage (um 1.500 m) bieten sie ein angenehm kühles Klima mit tagsüber nur 25 Grad und noch ursprünglichen Regenwald. Dieser bietet eine willkommene Abwechslung zu den sonst auch in Malaysia allgegenwärtigen Palmöl- und Kautschuk-Plantagen.
Gerade von Malaysia erwarten wir nach dem Studium des Reiseführers ursprüngliche Gegenden ohne Massentourismus. Doch dies gilt leider nicht für die Cameron Highlands. Wer schon einmal in Frankreich zum Skifahren war, wird die Ortschaften kennen, die Bettenburgen gleichen und ihren alpenländischen Charme längst zwischen Hotelkomplexen und Skischulen verloren haben. So in etwa ist es hier in den Cameron Highlands auch, nur was dort die Skischulen sind hier die Touranbieter.
Doch wir sind her gekommen, um die Gegend mit ihren berühmten Teeplantagen und die ausgezeichneten Wandermöglichkeiten zu erkunden.
Neben den satt grünen Teefeldern und einem Einblick in die Teeproduktion in der ältesten Teefabrik des Landes, ist das Highlight unserer Tour der Besuch eines indigenen Dorfes. Hier versuchen die ehemals nomadischen Bergvölker zwischen traditionellen Riten und Farbfernsehen ihren Mittelweg zu finden. Die ursprünglichen Häuser auf Stelzen und mit Palmendach sind mittlerweile weitgehend massiven Betonhäusern gewichen. Nach wie vor lernen die Jungen aber Giftpfeile durch Blasrohre zu schießen, um das Abendessen im Regenwald zu erlegen.
Auch wir werden aufgefordert unser Können zu testen und erlegen, zur eigenen Überraschung, tatsächlich den 10m entfernten Gummischuh, der eigens für uns als Ziel ins Gras gelegt wurde. ;-)
Nachdem wir uns von unserer freundlichen Reisebekanntschaft, den Inhabern des Eiscafe Vincenza in Waghäusel, nahe dem Badischen Geburtsort von Christianes Oma, verabschiedet haben, machen wir uns auf nach Penang.
Die Insel Penang am nördlichen Eingang der Straße von Melaka wird als "Perle des Orient" betitelt und ist mit seiner Hauptstadt Georgetown von der Unesco als Weltkulturerbe klassifiziert. Penang war ein weiterer bedeutender Freihafen der Briten und als Handelsweg zwischen Europa und Asien eine wichtige Station der Handelsschiffe. Unter britischer Herrschaft siedelten sich auch hier vornehmlich Indische, Chinesische und natürlich Siamesische Einwanderer an. Diese partizipierten entweder aktiv am Fernhandel oder indirekt am Bedarf der ankernden Handelsschiffen.
So begann die Geschichte Georgetowns sehr ähnlich der Singapurs und doch entwickelten sich die beiden Städte so unterschiedlich. Ist Singapur heute ultramodern und nur in geschützten Gegenden traditionell, hat sich Georgetown sein koloniales Stadtbild erhalten und einen ursprünglichen Lebensrhythmus bewahrt. Für ein abwechslungsreiches Warenangebot sorgen in Georgetown keine Shoppingmalls sondern winzige Gemischtwarenläden, die oft eher einem Flohmarkt oder Second-Hand Läden entsprechen und natürlich die omnipräsenten Supermarktfilialen der 7-Eleven Gruppe. Kulinarische Abwechslung wird in Georgetown von den Straßenküchen im Motorradbeiwagen geboten und nicht durch die in den food-courts beheimateten Franchise-Ketten. Rikscha und Tuk-Tuk bringen uns in Georgetown durch die Stadt; dies zwar nicht so klimatisch kontrolliert und sicher wir die MRT in Singapur aber mindestens so unterhaltsam. Und die alles gebende und lustig unterhaltsame Museumsführerin muß in Georgetown das Multimedia Display von Singapurs Ausstellung ersetzen.
Dieser Unterschied in so kurzer Reisezeit ist spannend und so genießen wir unsere Streifzüge durch die kulturellen Enklaven der Chinesen in Chinatown, der Inder in Little India und der ehemaligen europäischen Kolonialherren.
Doch auch hier macht uns die Hitze sehr zu schaffen und wir bewegen uns vornehmlich zu Tagesrandzeiten im Freien.

Von hier aus fliegen wir nun nach Thailand... Auf welcher Insel wir stranden werden berichten wir wieder hier in Kürze.
Viele Grüße, Christiane und Jochen
Singapur ist ein Stadtstaat in Südostasien und wurde 1819 von dem Engländer Sir Thomas Raffles als Handelsposten der East India Company errichtet. Bis 1959 war die Stadt britische Kolonie und ist seit 1965 unabhängige Republik. Singapur gehört zu einem der erfolgreichsten Länder weltweit, und steht den westlichen Hauptstädten in nichts nach. Im Gegenteil, wir haben selten eine so beeindruckende Stadt gesehen und diese in Südostasien auch nicht erwartet.
Nach viel Strand und süßem "Nichtstun" freuen wir uns sehr auf diese Metropole und sind von Anfang an begeistert.
Es ist Weihnachtszeit in Singapur und vor jedem Wolkenkratzer und in den unzähligen Shoppingcentern der Extraklasse, blinkt uns ein kunterbunt beleuchteter riesiger Weihnachtsbaum mit Kunstschnee entgegen. Und das bei über 30 Grad. ;-)
Wir kommen uns eher ein wenig vor wie im Las Vegas Asiens.
Bis heute gilt die 4,5-Millionen-Metropole als Vorzeigestadtstaat. Moderne Fassaden säumen blitzblanke Straßen und doch scheint die Stadt den Spagat zwischen Tradition und Moderne gemeistert zu haben. Sowohl Stadtteile mit alten Häusern, die an die Kolonialzeit erinnern, als auch keine Läden findet man noch abseits der hochmodernen Touristenzentren. Friedlich leben die zu 90% aus Einwanderern bestehenden Einwohner miteinander, ob Chinesen, Malaien, Inder oder Europäer. Dem Kulturenmix verdankt die Stadt auch ihre außergewöhnlich vielfältige Küche, von den einfachen Garküchen der Hawker Centres bis zu den Gourmetrestaurants, bietet die Stadt alles.
Da wir uns die letzten Wochen täglich von Reis ernährt haben und unserer Reiseführer tatsächlich ein deutsches Restaurant namens "brotzeit" empfiehlt, können wir nicht anders und lassen uns von Münchner Bier und bayrischer Hausmannskost verführen. Wider erwartend ist das Essen ausgezeichnet und schmeckt wie dahoam ;-)

Doch die Schönheit und Ordnung der Stadt hat auch Ihren "Preis". So ist beispielsweise Essen und Trinken in U-Bahnen (MTR) strengstens verboten und wird mit einer Geldstrafe von bis zu 450€ bestraft, gleiches gilt für Rauchen was mit 900€ zu Buche schlägt. Sogar Kaugummis sind verboten. Sie dürfen weder eingeführt werden noch sind sie in Singapur irgendwo erhältlich.
Ebenso steht Singapur dem hohen Preisniveau anderer internationaler Metropolen in nichts nach.
Alles ist sehr teuer und so übernachten wir statt im glamourösen Riesenluxushotel Marina Sands Bay im YMCA - einer Herberge des Vereins christlicher junger Männer. ;-)
Wir werden trotz fehlender Mitgliedschaft herzlich aufgenommen. Das Zimmer ist zweckmassig, leider müssen wir es nachts mit der ein oder anderen Bettwanze teilen (was in Singapur übrigens überall vorkommt und mittlerweile auch in Europas Hotels angekommen sein soll) aber die Lage ist perfekt für Sightseeing.
An der künstlich erweiterten Bucht von Marina Bay Sands verteilt sich auf 98000 m² ein neuer Hotel- und Veranstaltungskomplex mit Eislauffläche, der größten Dachterrasse der Welt inklusive riesigem Infinity-Pool und dem Art-Science Museum in Form einer Lotusblüte. Sehr beeindruckend!
Beeindruckend sind auch die exzellenten Museen der Stadt. Wovon insbesondere das Asia Civilisations Museum einen gelungenen Einblick in die unterschiedlichen Kulturen Asiens bietet.
Sehr zu empfehlen ist auch ein Besuch der Stadtplanungsbehörde. Ist in München diese Institution für Außenstehende eine eher dröge Angelegenheit, zeigt eine umfangreiche und multimediale Ausstellung hier sehr plastisch die Herausforderungen und Lösungsideen, welche aus der besonderen Situation einer stark wachsenden Stadt auf beschränkten Raum resultiert. So versucht Singapore durch Landgewinnung dem Meer Raum abzuknapsen und mittels durchdachter Infrastruktur und Umweltschutzprojekte die Stadt lebenswert zu halten. Ein großes Modell der Stadt zeigt die geplanten städtbaulichen Maßnahmen für die nächste Dekade und es wird uns eine Freude sein, in ein paar Jahren das Resultat 1:1 zu begutachten. Denn uns hat der Besuch hier gut gefallen und wir wissen das es noch viel zu entdecken gibt.
Auf eine Metropole folgt die Nächste. Nach drei Nächten in Singapur fahren wir weiter nach Kuala Lumpur der Hauptstadt Malaysias. Waren die hohen Temperaturen gepaart mit der extremen Luftfeuchtigkeit in Singapur schon belastend, empfanden wir das Klima in Kuala Lumpur nur schwer erträglich. KL, wie die Stadt auch von ihren Einwohnern liebevoll genannt wird, ist eine Stadt im Umbruch.
Gegründet von Minenarbeitern vor ca. 150 Jahren um Zinn abzubauen, ist die Stadt heute ein doch recht unüberschaubares Moloch. Es wird an vielen Ecken gebaut, vornehmlich Hochhäuser. Diese sind scheinbar die neue Wohnform der Menschen, nicht nur in Asien. Die unregelmäßige Skyline wird von den Petronas-Towers dominiert. Dies sind die weltweit höchsten Zwillingstürme und bis 2004 waren sie sogar die höchsten Hochhäuser der Welt. Um diese architektonischen Beauties entsteht ein neues, modernes KL, geprägt von vielgeschossigen Apartmentgebäuden und ultramodernen Shoppingmalls. Es ist schon bemerkenswert, wie ausgeprägt die Lust zum Einkaufen bei asiatischen Großstadtmenschen sein muß. Interessant ist auch, das sich das Warenangebot dieser Konsumtempel weltweit zum verwechseln gleicht. Wir haben ja in den letzten Monaten schon einige Schaufenster auf unserer Reise passiert. Dabei ist festzustellen, dass es die immer gleichen Marken und Moden sind, die dort feilgeboten werden. Man mag es bedauern oder begrüßen, klar scheint uns, das die Vielfältigkeit der traditionellen Kleidung von den Straßen Asien verschwindet.
Gerade von Malaysia erwarten wir nach dem Studium des Reiseführers ursprüngliche Gegenden ohne Massentourismus. Doch dies gilt leider nicht für die Cameron Highlands. Wer schon einmal in Frankreich zum Skifahren war, wird die Ortschaften kennen, die Bettenburgen gleichen und ihren alpenländischen Charme längst zwischen Hotelkomplexen und Skischulen verloren haben. So in etwa ist es hier in den Cameron Highlands auch, nur was dort die Skischulen sind hier die Touranbieter.
Doch wir sind her gekommen, um die Gegend mit ihren berühmten Teeplantagen und die ausgezeichneten Wandermöglichkeiten zu erkunden.
Neben den satt grünen Teefeldern und einem Einblick in die Teeproduktion in der ältesten Teefabrik des Landes, ist das Highlight unserer Tour der Besuch eines indigenen Dorfes. Hier versuchen die ehemals nomadischen Bergvölker zwischen traditionellen Riten und Farbfernsehen ihren Mittelweg zu finden. Die ursprünglichen Häuser auf Stelzen und mit Palmendach sind mittlerweile weitgehend massiven Betonhäusern gewichen. Nach wie vor lernen die Jungen aber Giftpfeile durch Blasrohre zu schießen, um das Abendessen im Regenwald zu erlegen.
Auch wir werden aufgefordert unser Können zu testen und erlegen, zur eigenen Überraschung, tatsächlich den 10m entfernten Gummischuh, der eigens für uns als Ziel ins Gras gelegt wurde. ;-)
Nachdem wir uns von unserer freundlichen Reisebekanntschaft, den Inhabern des Eiscafe Vincenza in Waghäusel, nahe dem Badischen Geburtsort von Christianes Oma, verabschiedet haben, machen wir uns auf nach Penang.
Die Insel Penang am nördlichen Eingang der Straße von Melaka wird als "Perle des Orient" betitelt und ist mit seiner Hauptstadt Georgetown von der Unesco als Weltkulturerbe klassifiziert. Penang war ein weiterer bedeutender Freihafen der Briten und als Handelsweg zwischen Europa und Asien eine wichtige Station der Handelsschiffe. Unter britischer Herrschaft siedelten sich auch hier vornehmlich Indische, Chinesische und natürlich Siamesische Einwanderer an. Diese partizipierten entweder aktiv am Fernhandel oder indirekt am Bedarf der ankernden Handelsschiffen.
So begann die Geschichte Georgetowns sehr ähnlich der Singapurs und doch entwickelten sich die beiden Städte so unterschiedlich. Ist Singapur heute ultramodern und nur in geschützten Gegenden traditionell, hat sich Georgetown sein koloniales Stadtbild erhalten und einen ursprünglichen Lebensrhythmus bewahrt. Für ein abwechslungsreiches Warenangebot sorgen in Georgetown keine Shoppingmalls sondern winzige Gemischtwarenläden, die oft eher einem Flohmarkt oder Second-Hand Läden entsprechen und natürlich die omnipräsenten Supermarktfilialen der 7-Eleven Gruppe. Kulinarische Abwechslung wird in Georgetown von den Straßenküchen im Motorradbeiwagen geboten und nicht durch die in den food-courts beheimateten Franchise-Ketten. Rikscha und Tuk-Tuk bringen uns in Georgetown durch die Stadt; dies zwar nicht so klimatisch kontrolliert und sicher wir die MRT in Singapur aber mindestens so unterhaltsam. Und die alles gebende und lustig unterhaltsame Museumsführerin muß in Georgetown das Multimedia Display von Singapurs Ausstellung ersetzen.
Dieser Unterschied in so kurzer Reisezeit ist spannend und so genießen wir unsere Streifzüge durch die kulturellen Enklaven der Chinesen in Chinatown, der Inder in Little India und der ehemaligen europäischen Kolonialherren.
Doch auch hier macht uns die Hitze sehr zu schaffen und wir bewegen uns vornehmlich zu Tagesrandzeiten im Freien.
Von hier aus fliegen wir nun nach Thailand... Auf welcher Insel wir stranden werden berichten wir wieder hier in Kürze.
Viele Grüße, Christiane und Jochen

