Die Südinsel Neuseelands - Im Herzen Mittelerdes
Schon von der Fähre aus kann man sehen, dass die Natur auf der Südinsel noch dramatischer als auf der Nordinsel ist. Das Wetter ist wiedererwartend gut. Dazu muss man wissen, dass es in Neuseelands Südinsel Gegenden gibt an denen im Jahr 11 (!) Meter Niederschlag fallen. Besonders die wegen ihrer Landschaft und den Bergen so sehenswerte Westküste ist davon stark betroffen. Zum Vergleich, durchschnittlich 245 Zehn-Liter-Eimer Regen gehen pro Jahr in Balderschwang auf einem Quadratmeter Boden nieder. Das entspricht 2.45 Meter Jahresniederschlag. Damit hält der kleine Ort im Allgäu den deutschen Regenrekord.
Doch wir haben auch auf der Südinsel wieder viel Sonne, angenehme Temperaturen, am Morgen kühl und über Tag warm aber niemals heiß; und so sind wir aktiv.
Im Gegensatz zum vorher beschrieben Tongariro-Crossing*, bei dem man uns mehr Angst machte als nötig, hätten wir uns bei der nächsten Aktivität gewünscht, jemand hätte uns gewarnt.
Der Queen Charlotte Track ist ein 71km langer Weg am Meer, durch die wunderbare Hügellandschaft der Malborough Sounds. Dieser wird normalerweise in bis zu fünf Tagesetappen gelaufen wobei das Gepäck per Boot zu den Übernachtungsmöglichkeiten am Weg transportiert werden kann. Außer in der Hochsaison ist der Queen Charlotte Track auch für Mountainbikes geöffnet und mit dem Rad benötigt man nur drei Tage. Leider haben wir nicht genug Zeit und so entscheiden wir uns nur eine Teilstrecke von 22km mit dem Moutainbike abzufahren.
Die einzige Möglichkeit, um zum Ausgangspunkt der Tagesetappen zu gelangen, ist per Boot von Picton aus. Schon alleine wegen dem ungewöhnlichem Transport mit dem Wassertaxi und der morgendlichen Fahrt durch die Sounds -so nennt man Seewasserfiorde in NZ- lohnt sich der Trip. Wir wollen die letzte der drei Etappen fahren, welche in der Torea Bucht startet und bis nach Anakiwa führt.
Leider war in den ersten 4km an "fahren" kaum zu denken. "Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt", war die Devise und zwar bergauf. Schwitzend und fluchend oben angekommen freuen wir uns auf die erste Abfahrt. Diese ist allerdings so steil, dass auch die Abfahrt ohne Downhillerfahrung und -ausrüstung nicht machbar war. Also weiter schieben, diesmal bergab.
Ja, so hatten wir uns eine schöne Mountainbike-Tour nicht vorgestellt. :-(
Zwischendurch hätten wir diesen Ballast mit zwei Rädern gern in die Hecke geworfen oder im Meer versenkt. Dank unserem Ehrgeiz blieben wir am Rad und nach einigen weiteren mühsamen Kilometern, wurde der Weg breiter, die Steigungen und Gefälle fahrbar und damit unsere Stimmung friedfertiger.
Die Aussicht auf die verträumten Buchten des Queen Charlotte Sound war die ganze Zeit einmalig, allerdings hatten wir dafür zeitweise nur wenig Sinn. ;-) Wir haben mehrere Wandere aller Altersklassen getroffen, welche die ganzen 71km gewandert sind. Dies scheint wunderschön zu sein, aber zum Radfahren ist das Ganze für uns Laien nicht geeignet - obwohl es im Thüringer Wald vermutlich Andersdenkende gibt.
*Nachtrag: am 21. November, also 26 Tage nach unserer Wanderung auf der Nordinsel, ist der Vulkan Tongariro übrigens ausgebrochen, inkl. Felsauswurf und 2km hoher Rauchsäule! Waren die Verhaltensregeln bei Vulkanausbruch also doch gerechtfertigt!? (Link bei Spiegel online)
Nachdem Christiane nun schon seit unsere Ankunft in NZ darauf wartet endlich mal beim Schafe scheren dabei sein zu können, hatten wir das Glück gerade in diesem Moment an einer Wiese vorbei zu kommen, wo augenscheinlich eben jenes vollzogen wird. Die Schäferin winkt uns auch gleich freundlich herbei, um bei der Prozedur zu zu schauen.
Im Schnitt braucht ein guter Scherer pro Schaf wohl nur eine Minute. Dabei ist es wichtig das Schaf in einer bestimmten Stellung zu halten, damit es nicht zappelt. Dieser Job ist wirklich harte Arbeit, da das Schaf sich wehrt und man die ganze Zeit damit beschäftig ist den ca. 4kg schweren Langhaarschneider gekonnt unter die Wolle gleiten zu lassen ohne das Schaf oder sich selbst zu verletzten. Die Landwirtin, obwohl von recht schmächtiger Statur, beherrschte dies ins Perfektion und so versah sich das Schaf kaum, da lag es auch schon auf dem Rücken, schnell war alles vorbei und die frische Frühlingsluft konnte die Rosa schimmernde Schafhaut wieder direkt erreichen.
Das beigefügte Bild, zeigt schön die vorher-nachher Show. :-)
Unser Weg führt uns weiter Richtung Christchurch, die größte Stadt der Südinsel. Dort hatten wir uns mal wieder auf ein paar Tage Stadtleben gefreut und der Reiseführer gab uns auch allen Grund dazu! Zwar wussten wir um das im Februar 2011 stattgefundene Erdbeben, hatten aber keine Vorstellung von dem was uns hier wirklich erwartet und so fuhren wir guter Dinge zu dem im Reiseführer angepriesenen Campingplatz in der Innenstadt. Wir waren geschockt. Denn von dem war leider nicht mehr viel übrig.
Am 22. Februar 2011 ereignete sich ein schweres Erdbeben, der Stärke 6,3. Da das Epizentrum des Bebens nur 10 Kilometer südwestlich dem Stadtzentrum von Christchurch entfernt lag, richtete es dort große Schäden an. Es kamen 185 Menschen ums Leben. Allein beim Einsturz des regionalen Fernsehsenders starben 115 Personen. Auch das historische Zentrum mit der Kathedrale ist größtenteils zerstört und momentan nicht betretbar und abgesperrt (Red Zone). Bis zu 10.000 Wohnhäuser sind abrissreif und man schätz dass, etwa 100.000 Wohnhäuser reparaturbedürftig sind.
Der menschenleere Cathedral Square ist schon sehr bedrückend und wir haben das Gefühl als wäre das Beben erst vor einigen Wochen gewesen, nicht vor eineinhalb Jahren.
Die Stadt versucht das Beste aus dem Geschehenen zu machen und bietet für Touristen Touren durch die zerstörte Stadtgebiete an. Da wir nicht zu den Katastrophentouristen gehören, entscheiden wir uns für eine nette kleine Stadtführung durch das noch erhaltene Christchurch und bekommen einen Eindruck davon, wie schön die Stadt einmal gewesen sein muss.
Die das Stadtbild bestimmenden Container werden liebevoll beklebt oder gar bestrickt. Das Stadtleben ist teilweise sogar in diese provisorischen Unterbringungen umgezogen und versucht hier wieder eine Art Ausgehviertel aufzubauen.
Wir wünschen den Menschen von Christchurch für den Wiederaufbau alles Gute und eine möglichst erdbebenfreie Zukunft.
Die Südinsel wird von Norden bis Süden von einer mächtige Gebirgskette durchzogen, die sog. Southern Alps, zu der mit über 3700m auch der Mount Cook, der höchste Berg Neuseelands gehört. Es gibt nur wenige befahrbare Passstraßen über die man die Insel queren kann. Wir fahren auf dem Arthurs Pass von Christchurch gen Westen. Unser Camper müht sich problemlos die Berge hinauf, die hohe Sitzposition ist komfortable, der Wagen nicht zu groß und damit gut für die Straßen als auch für die Übernachtung von zwei Erwachsenen geeignet. Ausgeschrieben ist dieser Typ übrigens für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Dies scheint uns etwas optimistisch. Dennoch sehen wir öfter vier Personen, gelegentlich auch vier Erwachsene, mit dem gleichen Modell auf den Campingplätzen. Wir raten daher bei der Anmietung sich die Modelle kurz anzuschauen oder, falls dies nicht möglich ist, ein Modell zu wählen, welches einer Person mehr Platz bietet.
Der Arthurs Pass bietet wunderschöne Ausblicke auf die umliegenden Berge und führt über ein weites Flusstal hin zu einem Ort mit bizarren Felsformationen, den der Dalai Lama als spirituelles Zentrum des Universums bezeichnet hat. Wir sind mehr von unser ersten Begegnung mit dem Kea bewegt. Dies ist ein braun-grüner Papagei, der äußerst Intelligent sein soll. Neugierig und zutraulich ist er auf jeden Fall und so genießen wir die Mittagspause in gefiederter Gesellschaft.
Wieder zurück an der Westküste unternehmen wir neben vielen kleinen Wanderungen zu den Naturschauplätzen am Weg, es gibt derer unzählige, auch eine geführte Tagestour auf den Fox Gletscher.
Die Besonderheit des 13 km langen Gletschers ist, dass dieser bei über 3000m ü.N.N. in den Southern Alps beginnt und sich, von einem dichten Regenwald eingerahmt, bis auf 300m ü.N.N. an die Küste hinunterschiebt. Dies bildet einen einmaligen und interessanten Kontrast, blaues Eis neben grünem Regenwald vor grauen Felswänden und mit schneebedeckten Gipfel.
Seit 1985 wächst der Fox Gletscher aufgrund der starken Regenfälle an der neuseeländische Westküste, welche in den Höhen als Schnee fallen (bis zu unglaublichen 50m p.a.!). Dieser Schnee verdichtet sich und wird Teil des blauen Eises, das an manchen Stellen hunderte von Metern dick ist. Der Druck des Gletschers führt dazu, dass etwas Eis am Boden schmilzt und er langsam nach unten bis zum ebenen Flusstal gleitet.
Mit Steigeisen an den Schuhen und speziellen Wanderstöcken besteigen wir mit unserer Gruppe das Eis. Die Führer haben immer wieder gute Vergleiche parat, um die für uns nur schwer begreifbaren Dimensionen in Relation zu setzen. So ist beispielsweise das Eis unter unseren Füßen so dick, dass man darunter den Pariser Eifelturm (324m) verstecken könnte. Wir schauen hinab in tiefe Gletscherspalten und betreten eine Eishöhle, nachdem vorher deren Eingang freigelegt werden musste. Das der Gletscher mit bis zu 2 m pro Tag außerordentlich schnell fließt, hören wir immer wieder mal durch ein dunkles Grummeln und Knacken unter den Füssen und auch der Weg muß täglich von den Führern neu gefunden werden und wo nötig sind Stufen ins Eis zu schlagen. Sehr beeindruckend, und so fühlen wir uns am Abend mal wieder unbedeutend in Anbetracht dieses Naturschauspiels.
Auf unserer weiteren Fahrt durch NZ entdecken wir so wundervolle abwechslungsreiche Landschaften, Berge, Meer, entspannte Städte und so viel Natur und Landwirtschaft. Die Menschen sind wahnsinnig freundlich und offen.
Wanaka beispielsweise, liegt traumhaft in der südlichen Hälfte der Südinsel an einem See umgeben von hohen, teils schneebedeckte Bergen. In NZ ist ja gerade Frühling und der blühende Ginster überzieht viele Hänge mit einem duftenden gelben Teppich aus Blüten. Es gibt auch keine gefährlichen Tiere die einem beim Wandern begegnen könnten, von den extrem lästigen Sandfliegen mal abgesehen. Diese sollen übrigens eine Erfindung des Teufels sein, damit man die Schönheit der Natur nicht lange genießen kann. Nervig und schmerzhaft juckend, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Wir haben mit diesen kleinen Biestern im Milford Sound Bekanntschaft gemacht.
Milford Sound liegt im als Fjordland bezeichneten Gebiet am südlich-östlich Zipfel Neuseelands und soll auch unsere letzte Station vor Queenstown sein. Die Bootfahrt auf diesem Fjord beeindruckt vor allem durch die senkrecht ins Meerwasser fallenden Klippen links und rechts des Bootes und die hohen Wasserfälle, aber leider auch durch die Zahl der Touristen. Hier findet sich mit über 1.600m die höchste Klippe der Welt (Mitre Peak).
Bemerkenswert ist für uns insbesondere auch, das Gletscher maßgeblich bei der Entstehung dieser Sounds beteiligt waren. So haben gewaltige Gletscher während der letzten Eiszeit diese Täler ausgeschabt. So erklärt sich auch, dass der 15km lange Fjord, beim Start unserer Bootstour im Landesinneren 440m tief ist und an der Kante zum offenen Meer nur weniger als 100m tief, hier lag die frühere Gletscherzunge wo der Gletscher das abgetragene Material abgelagert hat.
In Fiordland kann man Seelöwen beim "Nichtstun" am Strand ganz nah kommen oder seltenen Pinguinen beobachten. Diese kommen Abends ans Ufer und suchen sich einen geschützten Schlafplatz im Dickicht an den Klippen. Pinguine sind so putzig, insbesondere wenn sie von Stein zu Stein hüpfen.
Mit der Entspannung ist in der "Hauptstadt des Adrenalin" erst mal Schluß: Queenstown. Hier gibt es alles, was aufregend ist. Wir entscheiden uns für eine rasante Fahrt mit dem hier in Queenstown entwickelten Jetboot über den Shotover-River. Ein Jetboot hat keine Schiffsschraube sondern eine Wasserturbine und dadurch einen seeeehr geringen Tiefgang und ist äußerst reaktionsfähig. Selbst ein 360-Grad Drehung auf der Stelle ist möglich. Wie auf Schienen schießen wir mit 80km/h über den teilweise nur knöcheltiefen Fluss, der in einer tiefen Klamm dahinfließt und oft nur wenige Zentimeter an den Klippen vorbei. Hui, die Jungs wissen, wie man Boot fährt und den Passagieren einen Schrecken einjagt. Macht aber wirklich sehr viel Spass und ist unbedingt empfehlenswert.
Wer Natur und jedwede Outdoor-Aktivität mag, sollte NZ nicht verpassen. Wir haben die entspannte Zeit und die lebenswerten Natur hier sehr genossen.
Aber wir haben auch so vieles nicht gesehen, denn das Land ist wirklich abwechslungsreich und das Angebot an Aktivitäten sehr umfangreich.
Wir müssen und wollen also noch mal wieder kommen! ;-)
Viele Grüße, Eure Weltenbummler!
Doch wir haben auch auf der Südinsel wieder viel Sonne, angenehme Temperaturen, am Morgen kühl und über Tag warm aber niemals heiß; und so sind wir aktiv.
Im Gegensatz zum vorher beschrieben Tongariro-Crossing*, bei dem man uns mehr Angst machte als nötig, hätten wir uns bei der nächsten Aktivität gewünscht, jemand hätte uns gewarnt.
Der Queen Charlotte Track ist ein 71km langer Weg am Meer, durch die wunderbare Hügellandschaft der Malborough Sounds. Dieser wird normalerweise in bis zu fünf Tagesetappen gelaufen wobei das Gepäck per Boot zu den Übernachtungsmöglichkeiten am Weg transportiert werden kann. Außer in der Hochsaison ist der Queen Charlotte Track auch für Mountainbikes geöffnet und mit dem Rad benötigt man nur drei Tage. Leider haben wir nicht genug Zeit und so entscheiden wir uns nur eine Teilstrecke von 22km mit dem Moutainbike abzufahren.
Die einzige Möglichkeit, um zum Ausgangspunkt der Tagesetappen zu gelangen, ist per Boot von Picton aus. Schon alleine wegen dem ungewöhnlichem Transport mit dem Wassertaxi und der morgendlichen Fahrt durch die Sounds -so nennt man Seewasserfiorde in NZ- lohnt sich der Trip. Wir wollen die letzte der drei Etappen fahren, welche in der Torea Bucht startet und bis nach Anakiwa führt.
Leider war in den ersten 4km an "fahren" kaum zu denken. "Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt", war die Devise und zwar bergauf. Schwitzend und fluchend oben angekommen freuen wir uns auf die erste Abfahrt. Diese ist allerdings so steil, dass auch die Abfahrt ohne Downhillerfahrung und -ausrüstung nicht machbar war. Also weiter schieben, diesmal bergab.
Ja, so hatten wir uns eine schöne Mountainbike-Tour nicht vorgestellt. :-(
Zwischendurch hätten wir diesen Ballast mit zwei Rädern gern in die Hecke geworfen oder im Meer versenkt. Dank unserem Ehrgeiz blieben wir am Rad und nach einigen weiteren mühsamen Kilometern, wurde der Weg breiter, die Steigungen und Gefälle fahrbar und damit unsere Stimmung friedfertiger.
Die Aussicht auf die verträumten Buchten des Queen Charlotte Sound war die ganze Zeit einmalig, allerdings hatten wir dafür zeitweise nur wenig Sinn. ;-) Wir haben mehrere Wandere aller Altersklassen getroffen, welche die ganzen 71km gewandert sind. Dies scheint wunderschön zu sein, aber zum Radfahren ist das Ganze für uns Laien nicht geeignet - obwohl es im Thüringer Wald vermutlich Andersdenkende gibt.
*Nachtrag: am 21. November, also 26 Tage nach unserer Wanderung auf der Nordinsel, ist der Vulkan Tongariro übrigens ausgebrochen, inkl. Felsauswurf und 2km hoher Rauchsäule! Waren die Verhaltensregeln bei Vulkanausbruch also doch gerechtfertigt!? (Link bei Spiegel online)
Nachdem Christiane nun schon seit unsere Ankunft in NZ darauf wartet endlich mal beim Schafe scheren dabei sein zu können, hatten wir das Glück gerade in diesem Moment an einer Wiese vorbei zu kommen, wo augenscheinlich eben jenes vollzogen wird. Die Schäferin winkt uns auch gleich freundlich herbei, um bei der Prozedur zu zu schauen.
Im Schnitt braucht ein guter Scherer pro Schaf wohl nur eine Minute. Dabei ist es wichtig das Schaf in einer bestimmten Stellung zu halten, damit es nicht zappelt. Dieser Job ist wirklich harte Arbeit, da das Schaf sich wehrt und man die ganze Zeit damit beschäftig ist den ca. 4kg schweren Langhaarschneider gekonnt unter die Wolle gleiten zu lassen ohne das Schaf oder sich selbst zu verletzten. Die Landwirtin, obwohl von recht schmächtiger Statur, beherrschte dies ins Perfektion und so versah sich das Schaf kaum, da lag es auch schon auf dem Rücken, schnell war alles vorbei und die frische Frühlingsluft konnte die Rosa schimmernde Schafhaut wieder direkt erreichen.
Das beigefügte Bild, zeigt schön die vorher-nachher Show. :-)
Unser Weg führt uns weiter Richtung Christchurch, die größte Stadt der Südinsel. Dort hatten wir uns mal wieder auf ein paar Tage Stadtleben gefreut und der Reiseführer gab uns auch allen Grund dazu! Zwar wussten wir um das im Februar 2011 stattgefundene Erdbeben, hatten aber keine Vorstellung von dem was uns hier wirklich erwartet und so fuhren wir guter Dinge zu dem im Reiseführer angepriesenen Campingplatz in der Innenstadt. Wir waren geschockt. Denn von dem war leider nicht mehr viel übrig.
Am 22. Februar 2011 ereignete sich ein schweres Erdbeben, der Stärke 6,3. Da das Epizentrum des Bebens nur 10 Kilometer südwestlich dem Stadtzentrum von Christchurch entfernt lag, richtete es dort große Schäden an. Es kamen 185 Menschen ums Leben. Allein beim Einsturz des regionalen Fernsehsenders starben 115 Personen. Auch das historische Zentrum mit der Kathedrale ist größtenteils zerstört und momentan nicht betretbar und abgesperrt (Red Zone). Bis zu 10.000 Wohnhäuser sind abrissreif und man schätz dass, etwa 100.000 Wohnhäuser reparaturbedürftig sind.
Der menschenleere Cathedral Square ist schon sehr bedrückend und wir haben das Gefühl als wäre das Beben erst vor einigen Wochen gewesen, nicht vor eineinhalb Jahren.
Die Stadt versucht das Beste aus dem Geschehenen zu machen und bietet für Touristen Touren durch die zerstörte Stadtgebiete an. Da wir nicht zu den Katastrophentouristen gehören, entscheiden wir uns für eine nette kleine Stadtführung durch das noch erhaltene Christchurch und bekommen einen Eindruck davon, wie schön die Stadt einmal gewesen sein muss.
Die das Stadtbild bestimmenden Container werden liebevoll beklebt oder gar bestrickt. Das Stadtleben ist teilweise sogar in diese provisorischen Unterbringungen umgezogen und versucht hier wieder eine Art Ausgehviertel aufzubauen.
Wir wünschen den Menschen von Christchurch für den Wiederaufbau alles Gute und eine möglichst erdbebenfreie Zukunft.
Die Südinsel wird von Norden bis Süden von einer mächtige Gebirgskette durchzogen, die sog. Southern Alps, zu der mit über 3700m auch der Mount Cook, der höchste Berg Neuseelands gehört. Es gibt nur wenige befahrbare Passstraßen über die man die Insel queren kann. Wir fahren auf dem Arthurs Pass von Christchurch gen Westen. Unser Camper müht sich problemlos die Berge hinauf, die hohe Sitzposition ist komfortable, der Wagen nicht zu groß und damit gut für die Straßen als auch für die Übernachtung von zwei Erwachsenen geeignet. Ausgeschrieben ist dieser Typ übrigens für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Dies scheint uns etwas optimistisch. Dennoch sehen wir öfter vier Personen, gelegentlich auch vier Erwachsene, mit dem gleichen Modell auf den Campingplätzen. Wir raten daher bei der Anmietung sich die Modelle kurz anzuschauen oder, falls dies nicht möglich ist, ein Modell zu wählen, welches einer Person mehr Platz bietet.
Der Arthurs Pass bietet wunderschöne Ausblicke auf die umliegenden Berge und führt über ein weites Flusstal hin zu einem Ort mit bizarren Felsformationen, den der Dalai Lama als spirituelles Zentrum des Universums bezeichnet hat. Wir sind mehr von unser ersten Begegnung mit dem Kea bewegt. Dies ist ein braun-grüner Papagei, der äußerst Intelligent sein soll. Neugierig und zutraulich ist er auf jeden Fall und so genießen wir die Mittagspause in gefiederter Gesellschaft.
Wieder zurück an der Westküste unternehmen wir neben vielen kleinen Wanderungen zu den Naturschauplätzen am Weg, es gibt derer unzählige, auch eine geführte Tagestour auf den Fox Gletscher.
Die Besonderheit des 13 km langen Gletschers ist, dass dieser bei über 3000m ü.N.N. in den Southern Alps beginnt und sich, von einem dichten Regenwald eingerahmt, bis auf 300m ü.N.N. an die Küste hinunterschiebt. Dies bildet einen einmaligen und interessanten Kontrast, blaues Eis neben grünem Regenwald vor grauen Felswänden und mit schneebedeckten Gipfel.
Seit 1985 wächst der Fox Gletscher aufgrund der starken Regenfälle an der neuseeländische Westküste, welche in den Höhen als Schnee fallen (bis zu unglaublichen 50m p.a.!). Dieser Schnee verdichtet sich und wird Teil des blauen Eises, das an manchen Stellen hunderte von Metern dick ist. Der Druck des Gletschers führt dazu, dass etwas Eis am Boden schmilzt und er langsam nach unten bis zum ebenen Flusstal gleitet.
Mit Steigeisen an den Schuhen und speziellen Wanderstöcken besteigen wir mit unserer Gruppe das Eis. Die Führer haben immer wieder gute Vergleiche parat, um die für uns nur schwer begreifbaren Dimensionen in Relation zu setzen. So ist beispielsweise das Eis unter unseren Füßen so dick, dass man darunter den Pariser Eifelturm (324m) verstecken könnte. Wir schauen hinab in tiefe Gletscherspalten und betreten eine Eishöhle, nachdem vorher deren Eingang freigelegt werden musste. Das der Gletscher mit bis zu 2 m pro Tag außerordentlich schnell fließt, hören wir immer wieder mal durch ein dunkles Grummeln und Knacken unter den Füssen und auch der Weg muß täglich von den Führern neu gefunden werden und wo nötig sind Stufen ins Eis zu schlagen. Sehr beeindruckend, und so fühlen wir uns am Abend mal wieder unbedeutend in Anbetracht dieses Naturschauspiels.
Auf unserer weiteren Fahrt durch NZ entdecken wir so wundervolle abwechslungsreiche Landschaften, Berge, Meer, entspannte Städte und so viel Natur und Landwirtschaft. Die Menschen sind wahnsinnig freundlich und offen.
Wanaka beispielsweise, liegt traumhaft in der südlichen Hälfte der Südinsel an einem See umgeben von hohen, teils schneebedeckte Bergen. In NZ ist ja gerade Frühling und der blühende Ginster überzieht viele Hänge mit einem duftenden gelben Teppich aus Blüten. Es gibt auch keine gefährlichen Tiere die einem beim Wandern begegnen könnten, von den extrem lästigen Sandfliegen mal abgesehen. Diese sollen übrigens eine Erfindung des Teufels sein, damit man die Schönheit der Natur nicht lange genießen kann. Nervig und schmerzhaft juckend, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Wir haben mit diesen kleinen Biestern im Milford Sound Bekanntschaft gemacht.
Milford Sound liegt im als Fjordland bezeichneten Gebiet am südlich-östlich Zipfel Neuseelands und soll auch unsere letzte Station vor Queenstown sein. Die Bootfahrt auf diesem Fjord beeindruckt vor allem durch die senkrecht ins Meerwasser fallenden Klippen links und rechts des Bootes und die hohen Wasserfälle, aber leider auch durch die Zahl der Touristen. Hier findet sich mit über 1.600m die höchste Klippe der Welt (Mitre Peak).
Bemerkenswert ist für uns insbesondere auch, das Gletscher maßgeblich bei der Entstehung dieser Sounds beteiligt waren. So haben gewaltige Gletscher während der letzten Eiszeit diese Täler ausgeschabt. So erklärt sich auch, dass der 15km lange Fjord, beim Start unserer Bootstour im Landesinneren 440m tief ist und an der Kante zum offenen Meer nur weniger als 100m tief, hier lag die frühere Gletscherzunge wo der Gletscher das abgetragene Material abgelagert hat.
In Fiordland kann man Seelöwen beim "Nichtstun" am Strand ganz nah kommen oder seltenen Pinguinen beobachten. Diese kommen Abends ans Ufer und suchen sich einen geschützten Schlafplatz im Dickicht an den Klippen. Pinguine sind so putzig, insbesondere wenn sie von Stein zu Stein hüpfen.
Mit der Entspannung ist in der "Hauptstadt des Adrenalin" erst mal Schluß: Queenstown. Hier gibt es alles, was aufregend ist. Wir entscheiden uns für eine rasante Fahrt mit dem hier in Queenstown entwickelten Jetboot über den Shotover-River. Ein Jetboot hat keine Schiffsschraube sondern eine Wasserturbine und dadurch einen seeeehr geringen Tiefgang und ist äußerst reaktionsfähig. Selbst ein 360-Grad Drehung auf der Stelle ist möglich. Wie auf Schienen schießen wir mit 80km/h über den teilweise nur knöcheltiefen Fluss, der in einer tiefen Klamm dahinfließt und oft nur wenige Zentimeter an den Klippen vorbei. Hui, die Jungs wissen, wie man Boot fährt und den Passagieren einen Schrecken einjagt. Macht aber wirklich sehr viel Spass und ist unbedingt empfehlenswert.
Wer Natur und jedwede Outdoor-Aktivität mag, sollte NZ nicht verpassen. Wir haben die entspannte Zeit und die lebenswerten Natur hier sehr genossen.
Aber wir haben auch so vieles nicht gesehen, denn das Land ist wirklich abwechslungsreich und das Angebot an Aktivitäten sehr umfangreich.
Wir müssen und wollen also noch mal wieder kommen! ;-)
Viele Grüße, Eure Weltenbummler!

