Das schönste Ende der Welt....
Wir wissen garnicht wo wir mit dem Schwärmen anfangen sollen, soviel schönes erleben wir in Neuseeland. Angefangen bei der vielfältigen Natur, den überaus freundlichen Menschen über die schier unendlich scheinenden Möglichkeiten der Outdooraktivitäten bis hin zu der atemberaubenden Landschaft.
Neuseeland ist mit 268.680 qkm etwas größer als Großbritannien, allerdings leben hier nur 4,4 Mio Menschen (die Hälfte von London) und keine einzige giftige Schlange ;-)
Neuseeland erstreckt sich über zwei große Inseln, Nord- und Südinsel, die nur 23 km voneinander entfernt sind.
Unsere Ferienwohnung für die nächsten vier Wochen hat einen fahrbaren Untersatz und lässt sich je nach Bedarf ruck-zuck vom Schlafwagen zur offenen Wohnküche umfunktionieren. Ja, wir haben endlich einen Camper (Wohnmobil) bekommen und hoffen nun auf wenige kalte Nächte und viele entspannte Kilometer mit unserem neuen Zuhause. Wie in Australien schon erwähnt, sind auch hier die Hebel für Blinker und Scheibenwischer seitenverkehrt, es wird also fleissig gewischt.
Und so machen wir uns von Auckland auf, um innerhalb von zwei Wochen die Nordinsel zu erkunden.
Reisen im Camper scheint in Neuseeland DAS Mittel der Fortbewegung, sowohl für Touristen, als auch für Einheimische. Alles ist auf diese Art zu reisen ausgelegt. Die Strassen sind breit genug, überall gibt es Toiletten und Campingplätze an den schönsten Flecken der Insel.
Es gibt Campsites für jeden Geschmack, vom einfachen Toilettenhäuschen auf der Wiese oder am Strand, bis hin zur Luxusvariante mit DVD Verleih, voll ausgestatteten Küchen und beheiztem Aussenpool, alles was sich der Reisende eben so wünscht. Einzig die Bäder sind zu teilen, aber daran werden wir uns in den nächsten 4 Wochen gewöhnen (müssen) und haben gleich mal Desinfektionsmittel gekauft :-)
Unser Camper ist sogar mit einem Touristenradio ausgestattet. Diese kleine Box funktioniert mit GPS und informiert uns wo immer wir uns gerade befinden, über die wichtigsten Dinge der Umgebung. Auf Übernachtungsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten oder die besten Pubs wird hingewiesen und zwischendurch kommt auch noch gute Musik. Das ist toll ;-)
Oftmals wird sogar dafür Werbung gemacht, als Ausländer nach Neuseeland auszuwandern - das grüne Paradies braucht anscheinend noch Arbeitskräfte.
Unsere erste Station ist die Bay of Islands, wo 1840 mit der Unterzeichnung eines Vertrages zwischen den Ureinwohnern (polynesischen Moari) und den Briten die europäische offiziell Besiedlung begann. Obwohl die Inseln schon früher, u.a. von Abel Tasman erkundet wurde, und der Name Neuseeland von einem Holländischen Entdecker abgeleitet wurde, wird vor allem die Reise von Captain Cook im Jahre 1769 als Initialzündung der Geschichtsschreibung erwähnt. Weiter geht es durch wundervoll abwechslungsreiche Landschaften, Berge und Meer entlang der Nordostküste bis ins Landesinnere der Nordinsel.
Neuseelands geologische Gegebenheiten sind besonders, denn unter den beiden Inseln verläuft die Abbruchkante der Australischen und der Pazifischen Erdplatte. Dies führt auf der einen Seite zu staken Erdbeben und aktiven Vulkanen, aber auch zu entspannenden frisch selbst gegrabenen heißen Pools am Strand und beeindruckenden thermalen Quellen an jeder Ecke.
Zentrum der geologischen Aktivität ist das Gebiet um Rotorua. Hier lebt die Erde augenscheinlich. Aus jedem Wasserloch der Gegend dampft es oder blubbert heißer Schlamm. Rotorua war bis in die 1960er Jahre DER Kur- und Badeort in Neuseeland und die heißen Quellen werden heute noch zum Dampfgaren von Fisch oder Fleisch genutzt. Allerdings bringt diese thermale Aktivität auch mit sich, dass es in der ganzen Gegend nach faulen Eiern riecht. Der Schwefelgehalt ist deutlich wahrnehmbar.
Unser Weg führt uns weiter nach Süden, wo die erste große Herausforderung auf uns wartet, das Tongariro Alpine Crossing.
Eine 19,4 km lange alpine Wanderung vorbei am Krater aktiver Vulkane bis rauf auf 2000m.
Da man uns diesen "world famous 1day treck" überaus schmackhaft macht, aber auch deutlich vor den Gefahren warnt, die uns auf dem bis zu 10-stündigen Weg begegnen könnten, beschließen wir zur Vorbereitung und zum finale Materialtest den näher gelegenen, als sicher eingestuften, Mount Tauhara zu erklimmen. Wie sagte man uns in der Touristinfo so schön: "If you can manage this walk you may be capable for the Tongariro." Die Wanderung auf den Mt. Tauhara führt durch einen sehr dichten Wald, der Boden und die Bäume sind komplett mit Moor und Farnen zugewachsen und zum ersten Mal fühlen wir uns wie ein Hobbit aus dem Film "Der Herr der Ringe." Vom Gipfel hat man wirklichen einen wunderschönen Blick auf die Umgebung und das Ziel der nächsten Tage, den schneebedeckten Vulkan Tongariro.
Mit uns rastet auch ein älteres Ehepaar auf dem Gipfel und wir führen ein sehr freundliches Gespräch über Gott und Neuseeland. Kurz bevor sie sich auf den Abstieg machen, läd uns das Paar noch zu einem Drink am Nachmittag zu sich nach Hause ein, was wir lose annehmen. Als wir gegen 17:30 bei David & Jo eintreffen, stellt sich heraus, das David heute Geburtstag hat. Überraschend kommt noch ein weiteres Paar hinzu und wir haben einen wundervollen Abend, welcher darin gipfelt, dass wir das Gästezimmer angeboten bekamen. Erst haben wir gezögert, da wir zuvor im Museum gelernt haben das Kannibalismus in NZ üblich war. ;-)) Nachdem es aber so nett war und Jochen sicher, dass sie uns nichts tun werden, haben wir dort geschlafen wie ein Baby! Neuseeland ist super und die Menschen sind einfach so warmherzig und freundlich. Jo, Susan, David und Tony gaben uns einen persönlichen Einblick in die Gesellschaft Neuseelands und selbstverständlich wertvolle Tipps für unsere Reise, welche wir zu gerne beherzigen. Thank you so much! It was such a pleasure and honor to meet you.
Nachdem wir die Generalprobe auf dem Mt. Tauhara erfolgreich mit nur leichtem Muskelkater absolviert haben, decken wir uns im lokalen Sportgeschäft noch mit den fehlenden Handschuhen und Thermohemden ein und machen uns auf ins Basislager am Tongariro.
In der Gemeinschaftküche des Campground lernen wir Österreicher aus dem Salzburger Land kennen. Diese haben sich gegen die von uns beabsichtigte Besteigung entschieden haben, nachdem man ihnen sagte dass Steigeisen und Pickel von Nöten seien?!? Da stehen wir nun mit unserer Zipphose, dem Alpackamützchen und den leichten Wanderschuhen und an eine sorgenfreie gute Nacht ist nicht mehr zu denken. Dem Holländer der uns auf dem Weg ins Bett noch freundlich zuruft, dass wir am Krater außen rum gehen sollen, damit wir nicht hüfttief in den Schnee einbrechen, wünschen wir an dieser Stelle eine ebenso "geruhsame" Nacht.
6:00 Uhr früh, der Berg ruft in eisiger Nacht.
Der Fahrer, der uns zum Ausgangspunkt der Wanderung bringt, erklärt uns, dass wir das Glück haben für die heute startende Saison die Testpiloten zu sein. Daher kann er nicht genau voraus sagen wie lange wir brauchen werden. Zwischen 7 bis 10 Stunden sei alles drin, aber er würde regelmäßig das Ziel anfahren. Toll!
Zum guten Schluss erfahren wir noch, dass es beim Vulkan vor zwei Monaten eine Eruption gegeben hat und der Weg wegen Felsauswurf teilweise zerstört wurde. Dann folgen die Verhaltensregeln im Falle einer Eruption, hier deren freie Wiedergabe:
1. "Nicht rennen! Dabei gibt es die meisten Verletzten." So, so.
2. "Vom Krater entfernen, auf keinen Fall näher ran gehen." Aha.
3. "Auf die herabfliegenden Felsen achten." Oh Gott, oh Gott.
4. "Und jetzt das wichtigste: sich von diesen fern halten und ausweichen." Nein wirklich!?!
Der Reflex das ganze Vorhaben abzubrechen ist vorhanden, dennoch schreiten wir wagemutig voran.
Um Eure Sorge um uns nicht in Angst umschlagen zu lassen:
Es ist natürlich anstrengend, aber mit einer leichten Bergerfahrung in den europäischen Alpen und gutem Wetter, mehr als machbar und die atemberaubende Aussicht ist die Mühe allemal wert. Gelaufen sind wir übrigens sieben Stunden. Vorbei an bizarren dunkelroten Vulkanschloten, über große, runde Kraterplatos und an drei Seen, welche durch die enthaltenen Mineralien in drei unterschiedlichen Blautönen zu schimmern scheinen. Schön war es und die Fotos können leider nur einen blassen Eindruck liefern.
Nach einigen weiteren Zwischenstops, unter anderem in der Art Deco Stadt Napier und am Cape Kidnapper, wo wir eine wundervolle Strandwanderung zu der weltweit einzigen Kolonie am Festland der Gannet Vögeln machen, gelangen wir nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Dort haben wir uns auf einen tollen Campingplatz mitten in der Stadt gefreut; nach der Empfehlung von Stefan, einer Campingplatzbekanntschaft. An dieser Stelle viele Grüße auf die Weltmeere oder den Hafen in dem Stefan's Forschungsschiff gerade festgemacht hat. Wir hatten den Campingplatz extra vorbezahlt! Bekommen haben wir einen Stellplatz mit Nasszelle im Container, am Hafen und dem Charme eines Supermarktparkplatzes. Na ja, immerhin zentral und beste Lage für die Stadterkundungen und wir hatten gutes Wetter, Sonne und angenehme Temperaturen. Wellington ist eine sehr entspannte Stadt, die traumhaft an den Hängen einer riesigen Bucht liegt. Es gibt umfangreiche und informative Museen. Wir genießen schmackhaftes Essen und die lokalen Spezialitäten.
Tja und am 28. Oktober wird gefeiert, der Geburtstag Jochen's Schwester Susanne und unser Bergfest. Es ist Halbzeit. Seit 142 Tagen sind wir nun schon unterwegs und noch 142 weitere sind geplant. Das ist der richtige Anlass für eine gute Flasche NZ-Wein. So schwelgen wir in den Erinnerungen der letzten Wochen und hoffen die kommenden werden ebenso schön und unbeschwert.
An dieser Stelle möchten wir auch Euch allen danken, die mit schönen Nachrichten immer wieder unsere Zeit auf Reisen erfrischen, z.B. mit Geburtsnachrichten (Benjamin und Moritz), Genesungsbekundungen, Reisetipps und ganz alltäglichen Neuigkeiten. Wir freuen uns und schätzen Eure Nachrichten.
Bis bald wieder von der Südinsel, Christiane und Jochen
Neuseeland ist mit 268.680 qkm etwas größer als Großbritannien, allerdings leben hier nur 4,4 Mio Menschen (die Hälfte von London) und keine einzige giftige Schlange ;-)
Neuseeland erstreckt sich über zwei große Inseln, Nord- und Südinsel, die nur 23 km voneinander entfernt sind.
Unsere Ferienwohnung für die nächsten vier Wochen hat einen fahrbaren Untersatz und lässt sich je nach Bedarf ruck-zuck vom Schlafwagen zur offenen Wohnküche umfunktionieren. Ja, wir haben endlich einen Camper (Wohnmobil) bekommen und hoffen nun auf wenige kalte Nächte und viele entspannte Kilometer mit unserem neuen Zuhause. Wie in Australien schon erwähnt, sind auch hier die Hebel für Blinker und Scheibenwischer seitenverkehrt, es wird also fleissig gewischt.
Und so machen wir uns von Auckland auf, um innerhalb von zwei Wochen die Nordinsel zu erkunden.
Reisen im Camper scheint in Neuseeland DAS Mittel der Fortbewegung, sowohl für Touristen, als auch für Einheimische. Alles ist auf diese Art zu reisen ausgelegt. Die Strassen sind breit genug, überall gibt es Toiletten und Campingplätze an den schönsten Flecken der Insel.
Es gibt Campsites für jeden Geschmack, vom einfachen Toilettenhäuschen auf der Wiese oder am Strand, bis hin zur Luxusvariante mit DVD Verleih, voll ausgestatteten Küchen und beheiztem Aussenpool, alles was sich der Reisende eben so wünscht. Einzig die Bäder sind zu teilen, aber daran werden wir uns in den nächsten 4 Wochen gewöhnen (müssen) und haben gleich mal Desinfektionsmittel gekauft :-)
Unser Camper ist sogar mit einem Touristenradio ausgestattet. Diese kleine Box funktioniert mit GPS und informiert uns wo immer wir uns gerade befinden, über die wichtigsten Dinge der Umgebung. Auf Übernachtungsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten oder die besten Pubs wird hingewiesen und zwischendurch kommt auch noch gute Musik. Das ist toll ;-)
Oftmals wird sogar dafür Werbung gemacht, als Ausländer nach Neuseeland auszuwandern - das grüne Paradies braucht anscheinend noch Arbeitskräfte.
Unsere erste Station ist die Bay of Islands, wo 1840 mit der Unterzeichnung eines Vertrages zwischen den Ureinwohnern (polynesischen Moari) und den Briten die europäische offiziell Besiedlung begann. Obwohl die Inseln schon früher, u.a. von Abel Tasman erkundet wurde, und der Name Neuseeland von einem Holländischen Entdecker abgeleitet wurde, wird vor allem die Reise von Captain Cook im Jahre 1769 als Initialzündung der Geschichtsschreibung erwähnt. Weiter geht es durch wundervoll abwechslungsreiche Landschaften, Berge und Meer entlang der Nordostküste bis ins Landesinnere der Nordinsel.
Neuseelands geologische Gegebenheiten sind besonders, denn unter den beiden Inseln verläuft die Abbruchkante der Australischen und der Pazifischen Erdplatte. Dies führt auf der einen Seite zu staken Erdbeben und aktiven Vulkanen, aber auch zu entspannenden frisch selbst gegrabenen heißen Pools am Strand und beeindruckenden thermalen Quellen an jeder Ecke.
Zentrum der geologischen Aktivität ist das Gebiet um Rotorua. Hier lebt die Erde augenscheinlich. Aus jedem Wasserloch der Gegend dampft es oder blubbert heißer Schlamm. Rotorua war bis in die 1960er Jahre DER Kur- und Badeort in Neuseeland und die heißen Quellen werden heute noch zum Dampfgaren von Fisch oder Fleisch genutzt. Allerdings bringt diese thermale Aktivität auch mit sich, dass es in der ganzen Gegend nach faulen Eiern riecht. Der Schwefelgehalt ist deutlich wahrnehmbar.
Unser Weg führt uns weiter nach Süden, wo die erste große Herausforderung auf uns wartet, das Tongariro Alpine Crossing.
Eine 19,4 km lange alpine Wanderung vorbei am Krater aktiver Vulkane bis rauf auf 2000m.
Da man uns diesen "world famous 1day treck" überaus schmackhaft macht, aber auch deutlich vor den Gefahren warnt, die uns auf dem bis zu 10-stündigen Weg begegnen könnten, beschließen wir zur Vorbereitung und zum finale Materialtest den näher gelegenen, als sicher eingestuften, Mount Tauhara zu erklimmen. Wie sagte man uns in der Touristinfo so schön: "If you can manage this walk you may be capable for the Tongariro." Die Wanderung auf den Mt. Tauhara führt durch einen sehr dichten Wald, der Boden und die Bäume sind komplett mit Moor und Farnen zugewachsen und zum ersten Mal fühlen wir uns wie ein Hobbit aus dem Film "Der Herr der Ringe." Vom Gipfel hat man wirklichen einen wunderschönen Blick auf die Umgebung und das Ziel der nächsten Tage, den schneebedeckten Vulkan Tongariro.
Mit uns rastet auch ein älteres Ehepaar auf dem Gipfel und wir führen ein sehr freundliches Gespräch über Gott und Neuseeland. Kurz bevor sie sich auf den Abstieg machen, läd uns das Paar noch zu einem Drink am Nachmittag zu sich nach Hause ein, was wir lose annehmen. Als wir gegen 17:30 bei David & Jo eintreffen, stellt sich heraus, das David heute Geburtstag hat. Überraschend kommt noch ein weiteres Paar hinzu und wir haben einen wundervollen Abend, welcher darin gipfelt, dass wir das Gästezimmer angeboten bekamen. Erst haben wir gezögert, da wir zuvor im Museum gelernt haben das Kannibalismus in NZ üblich war. ;-)) Nachdem es aber so nett war und Jochen sicher, dass sie uns nichts tun werden, haben wir dort geschlafen wie ein Baby! Neuseeland ist super und die Menschen sind einfach so warmherzig und freundlich. Jo, Susan, David und Tony gaben uns einen persönlichen Einblick in die Gesellschaft Neuseelands und selbstverständlich wertvolle Tipps für unsere Reise, welche wir zu gerne beherzigen. Thank you so much! It was such a pleasure and honor to meet you.
Nachdem wir die Generalprobe auf dem Mt. Tauhara erfolgreich mit nur leichtem Muskelkater absolviert haben, decken wir uns im lokalen Sportgeschäft noch mit den fehlenden Handschuhen und Thermohemden ein und machen uns auf ins Basislager am Tongariro.
In der Gemeinschaftküche des Campground lernen wir Österreicher aus dem Salzburger Land kennen. Diese haben sich gegen die von uns beabsichtigte Besteigung entschieden haben, nachdem man ihnen sagte dass Steigeisen und Pickel von Nöten seien?!? Da stehen wir nun mit unserer Zipphose, dem Alpackamützchen und den leichten Wanderschuhen und an eine sorgenfreie gute Nacht ist nicht mehr zu denken. Dem Holländer der uns auf dem Weg ins Bett noch freundlich zuruft, dass wir am Krater außen rum gehen sollen, damit wir nicht hüfttief in den Schnee einbrechen, wünschen wir an dieser Stelle eine ebenso "geruhsame" Nacht.
6:00 Uhr früh, der Berg ruft in eisiger Nacht.
Der Fahrer, der uns zum Ausgangspunkt der Wanderung bringt, erklärt uns, dass wir das Glück haben für die heute startende Saison die Testpiloten zu sein. Daher kann er nicht genau voraus sagen wie lange wir brauchen werden. Zwischen 7 bis 10 Stunden sei alles drin, aber er würde regelmäßig das Ziel anfahren. Toll!
Zum guten Schluss erfahren wir noch, dass es beim Vulkan vor zwei Monaten eine Eruption gegeben hat und der Weg wegen Felsauswurf teilweise zerstört wurde. Dann folgen die Verhaltensregeln im Falle einer Eruption, hier deren freie Wiedergabe:
1. "Nicht rennen! Dabei gibt es die meisten Verletzten." So, so.
2. "Vom Krater entfernen, auf keinen Fall näher ran gehen." Aha.
3. "Auf die herabfliegenden Felsen achten." Oh Gott, oh Gott.
4. "Und jetzt das wichtigste: sich von diesen fern halten und ausweichen." Nein wirklich!?!
Der Reflex das ganze Vorhaben abzubrechen ist vorhanden, dennoch schreiten wir wagemutig voran.
Um Eure Sorge um uns nicht in Angst umschlagen zu lassen:
Es ist natürlich anstrengend, aber mit einer leichten Bergerfahrung in den europäischen Alpen und gutem Wetter, mehr als machbar und die atemberaubende Aussicht ist die Mühe allemal wert. Gelaufen sind wir übrigens sieben Stunden. Vorbei an bizarren dunkelroten Vulkanschloten, über große, runde Kraterplatos und an drei Seen, welche durch die enthaltenen Mineralien in drei unterschiedlichen Blautönen zu schimmern scheinen. Schön war es und die Fotos können leider nur einen blassen Eindruck liefern.
Nach einigen weiteren Zwischenstops, unter anderem in der Art Deco Stadt Napier und am Cape Kidnapper, wo wir eine wundervolle Strandwanderung zu der weltweit einzigen Kolonie am Festland der Gannet Vögeln machen, gelangen wir nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Dort haben wir uns auf einen tollen Campingplatz mitten in der Stadt gefreut; nach der Empfehlung von Stefan, einer Campingplatzbekanntschaft. An dieser Stelle viele Grüße auf die Weltmeere oder den Hafen in dem Stefan's Forschungsschiff gerade festgemacht hat. Wir hatten den Campingplatz extra vorbezahlt! Bekommen haben wir einen Stellplatz mit Nasszelle im Container, am Hafen und dem Charme eines Supermarktparkplatzes. Na ja, immerhin zentral und beste Lage für die Stadterkundungen und wir hatten gutes Wetter, Sonne und angenehme Temperaturen. Wellington ist eine sehr entspannte Stadt, die traumhaft an den Hängen einer riesigen Bucht liegt. Es gibt umfangreiche und informative Museen. Wir genießen schmackhaftes Essen und die lokalen Spezialitäten.
Tja und am 28. Oktober wird gefeiert, der Geburtstag Jochen's Schwester Susanne und unser Bergfest. Es ist Halbzeit. Seit 142 Tagen sind wir nun schon unterwegs und noch 142 weitere sind geplant. Das ist der richtige Anlass für eine gute Flasche NZ-Wein. So schwelgen wir in den Erinnerungen der letzten Wochen und hoffen die kommenden werden ebenso schön und unbeschwert.
An dieser Stelle möchten wir auch Euch allen danken, die mit schönen Nachrichten immer wieder unsere Zeit auf Reisen erfrischen, z.B. mit Geburtsnachrichten (Benjamin und Moritz), Genesungsbekundungen, Reisetipps und ganz alltäglichen Neuigkeiten. Wir freuen uns und schätzen Eure Nachrichten.
Bis bald wieder von der Südinsel, Christiane und Jochen

