Der Ort an dem die Sonne angebunden ist - unser Weg zum Machu Picchu!



Heute geht es mit dem Andean Explorer von Puno nach Cusco, in die Hauptstadt des einstigen Reiches der Inka. Diese äußerst luxuriöse und spektakuläre Zugfahrt ist ein absoluter Klassiker für Peru-Reisende und bringt uns noch einmal über die 5.000m Marke. Während der 10-stündigen Fahrt geniessen wir den Blick durch große Zugfenster auf die majestätischen Andengipfel, werden vom Zugpersonal mit ausgezeichneten Speisen verwöhnt und entspannen auf der Außenterrasse bei einem exzellenten Pisco Sour. Der Andean Explorer ist elegant und nostalgisch eingerichtet und so fühlen wir uns ganz in frühere Zeiten zurück versetzt. Einfach toll...



Die kommenden drei abenteuerlichen Tage führen uns von Cusco nach Machu Picchu. Los geht's um 4:30 Uhr mit dem Bus wieder rauf auf 4.500m. Auf dem Weg dorthin verwandelt sich die karge Hochlandschaft in eine grüne Tropenlandschaft. Oben angekommen werden wir ausgerüstet als ob wir zum Downhill-Nahkampf wollten. Uns wird schon ganz mulmig zu Mute, bei Knie- und Ellenbogenschützern, Helm und Warnweste. Aber alles halb so schlimm. Uns erwartet eine 45 km lange und kalte Abfahrt auf Asphalt bis auf 1.800m.



Doch dann die erste Überraschung, der Zeltplatz für die Nacht wurde durch eine Schlammlawine verwüstet. Kurzerhand hat unser Guide in einer Ortschaft eine private Unterkunft für uns organisiert und scheint damit ziemlich zufrieden. Diese herunter-gekommene Bude, mit Klo und Dusche auf dem Hof, mussten wir uns mit 8 Fremden teilen. Nun, sollte ja nur eine Nacht sein.

Um 4:00 Uhr wurden wir durch die Hähne geweckt. Vor uns liegen acht Stunden Trekkingtour, bei über 30°C auf schwindelerregenden Pfaden am Fels entlang. Die Landschaft ist nahezu tropisch und erst hier merkt man wie arm Teile große Perus wirklich sind. Wir passieren einfache Lehmhütten in denen "Mann und Maus" gemeinsam hausen. Entdecken landwirtschaftliches Gerät was bei uns vor 150 Jahres ersetzt wurde und erleben Coca-kauende Menschen die von Arbeit gezeichnet, 20 Jahre älter aussehen als sie sind.







Nach sechs sehr anstrengenden Stunden verschaffen wir uns Abkühlung in natürlichen Thermalquellen und machen uns danach auf den Weg zum Zeltplatz. Dort angekommen sind die Zelte durch das mitreisende Personal, Koch und Sohn, schon aufgebaut und alles scheint soweit in Ordnung. Allerdings zeigte man uns auf Nachfrage nach der morgendlichen Duschgelegenheit für 100 Leute genau 3 Toiletten ohne Klobrille und 2 Duschen. Diese waren zum einen in einem Rohbau eingebettet, ohne Tür und unter freiem Himmel oder in dem einzig vorhandenen Mehrbettzimmer der Guides! Für uns absolut inakzeptabel und nach einer kurzen aber verständlichen Ansage macht der Guide es möglich, dass wir für 13 Euro ein Zimmer mit eigenem Bad, im Gästehaus 50 m entfernt bekommen. Nicht schön aber viel besser.

Für die ganz Mutigen unter uns steht heute Südamerikas höchstes und längstes Drahtseil auf dem Programm. Wir schwingen uns also 500m Über der Erde über eine Distanz von bis zu 900m Länge, hoch über den Baumwipfeln und gut gesichert von Hang zu Hang. 

Danach geht es zu Fuß weitere vier Stunden entlang der Bahngleise, welche die "faulen" Touristen bequem mit dem Zug nach Cusco bringen. Glücklich hier angekommen, fallen wir sehr müde ins Bett und sind wahnsinnig gespannt auf unser Highlight am nächsten Morgen - Machu Picchu!

Erneut heißt es früh aufstehen, um den wunderbaren Sonnenaufgang mit Blick auf Machu Picchu zu genießen. Oben angekommen empfängt uns Nieselregen und Nebel. Sowohl die Laune als auch die Sonne bleibt zunächst gedämpft. Doch dann plötzlich klart es auf und der Berg gibt den beeindruckenden Blick frei. Es ist umwerfend was die Inkas im 15. Jahrhundert auf 2360m in dieser Abgeschiedenheit errichtet haben und dies ohne das Rad oder Schriftzeichen zu kennen. Man geht davon aus, dass die Stadt, die zu beiden Seiten mehrere 100 Meter steil nach unten abfällt, in ihrer Hochblüte bis zu 1000 Menschen beherbergen und versorgen konnte. Ehrfürchtig und begeistert wandeln wir durch die Ruinen dieser Zeitgeschichte.


Wieder zurück in Cusco erkunden wir die Stadt bei einem entspannten Spaziergang, kaufen Baby-Alpaka-Wolle und bekommen zu guter letzt auch noch heimlich Kokain angeboten, was wir natürlich ablehnen.
Die Stadt ist gut zu Fuß zu entdecken, auch wenn einem beim Erklimmen der teils steilen Wege auf rund 3.500 Metern schon einmal die Luft wegbleibt. Die Lage in einem Talkessel macht Cusco besonders, da sich um die Stadt herum die imposante Bergkette der Anden erstreckt.
Ein Highlight der Stadt sind die noch gut erhaltenen typischen Mauern der Inka. Zum Bau dieser wurden riesige Steine vom 20km entfernten Steinbruch her transportiert und so bearbeitet, dass sie fugenlos aneinander passten. Der größte Stein ist 9m hoch, 5m breit, 4m dick und wiegt über 200 Tonnen. Ungeklärt bleibt allerdings wie die Inka die Steine transportiert haben.




 

In den nächsten Tagen fliegen wir nach Puerto Maldonado und begeben uns in die Tiefen des Amazonas ;-)

P.s. Wir merken immer mehr, dass wir viel zu viele Sachen eingepackt haben und das ständige ein- und auspacken unter Kraftanstrengung nervt. Gut das Lutz und Iris dabei waren und uns einiges wieder abnehmen können.









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